+49 3741 4237460
info@demokratie-vogtland.de

Vielfalt, Respekt und Engagement

Unsere Werte

Im Bündnis für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im Vogtland setzen wir uns für eine Gesellschaft ein, in der alle Menschen in Freiheit, Würde und gegenseitigem Respekt leben können. Demokratie bedeutet für uns mehr als Wahlen – sie lebt von einem offenen Dialog und der Mitbestimmung aller. Wir stehen für eine faire und respektvolle Debattenkultur, in der unterschiedliche Meinungen gehört und Kompromisse als Stärke verstanden werden.

Toleranz ist für uns die Anerkennung und Wertschätzung der Vielfalt. Wir kämpfen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung, weil wir glauben, dass diese Vielfalt unser Zusammenleben bereichert. Zivilcourage erfordert Mut, für die Rechte anderer einzutreten und sich gegen Unrecht zu stellen, auch wenn es unbequem ist.

Unsere Werte sind Handlungsgrundlagen. In Projekten und Aktionen setzen wir sie praktisch um und laden jede:n ein, sich aktiv zu beteiligen. Gemeinsam gestalten wir eine offene, mutige und vielfältige Gesellschaft im Vogtland.

Einen Volltext unseres Grundkonsens findet ihr im Downloadbereich.

Unsere Werte

Vielfalt, Respekt und Engagement

Das Bündnis Demokratie Vogtland setzt sich mit Herzblut für eine lebendige, vielfältige und gerechte Gemeinschaft in unserer Region ein. Wir glauben fest daran, dass Demokratie kein Selbstläufer ist, sondern jeden Tag gelebt und verteidigt werden muss. Durch unsere Projekte, Veranstaltungen und Initiativen fördern wir Dialog, Partizipation und das Engagement der Bürger. Gemeinsam gestalten wir eine Zukunft, in der Respekt, Toleranz und Mitbestimmung die Basis unseres Zusammenlebens bilden. Die folgenden Werte sind dabei für uns zentral.

Respekt

Wir begegnen uns mit Achtung und Wertschätzung, unabhängig von Herkunft, Meinung oder Lebensweise.

Vielfalt

Unterschiedlichkeit sehen wir als Stärke und Bereicherung für unsere Gemeinschaft.

Toleranz

Wir stehen für eine offene Gesellschaft, in der unterschiedliche Ansichten und Lebensweisen Platz haben.

Partizipation

Jede Stimme zählt – wir fördern und fordern aktive Mitbestimmung und Engagement.

Gerechtigkeit

Fairness und Chancengleichheit sind Grundpfeiler unseres Handelns.

Zukunft

Gemeinsam gestalten wir eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft für alle Generationen.

Unsere Geschichte

Vom engagierten Anfang zur regionalen Bewegung

Das heutige Bündnis für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im Vogtland geht auf den 2012 gegründeten „Runden Tisch für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage“ zurück. Anlass für seine Entstehung war die zunehmende Sichtbarkeit rechtsextremer Aktivitäten in der Region. Besonders in Plauen traten seit 2011 wiederholt neonazistische Gruppen mit Aufmärschen und Kundgebungen in Erscheinung. Die „Revolutionäre Nationale Jugend Vogtland“ veranstaltete zwischen 2011 und 2013 mehrere sogenannte „Trauermärsche“ in der Stadt.

Diesen Aktivitäten stand von Beginn an vielfältiger zivilgesellschaftlicher Protest gegenüber. Beim Aufmarsch im April 2012 gingen mehr als 2.000 Menschen in Plauen gegen rund 200 Neonazis auf die Straße.

Der damalige Superintendent des Evangelisch-Lutherischen Kirchenbezirks Plauen, Matthias Bartsch, setzte sich für eine gemeinsame, von unterschiedlichen Teilen der Zivilgesellschaft getragene Antwort auf die rechtsextremen Aktivitäten ein. 2012 entstand durch ihn der Runde Tisch für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage. Vertreter:innen aus Politik, Kirche und Zivilgesellschaft kamen dort zusammen, um sich zu vernetzen, gemeinsame Aktivitäten zu koordinieren und sich für Demokratie und Toleranz einzusetzen.

Aus dem Runden Tisch entwickelte sich in den folgenden Jahren ein dauerhaftes Netzwerk. Der Verein „Vivere – Leben für Vielfalt und Courage e.V.“ übernahm die Trägerschaft der dazugehörigen „Move“-Kontakt- und Koordinierungsstelle. Diese sollte staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure miteinander vernetzen, Bildungsangebote organisieren und als Anlaufstelle für Betroffene rechter Gewalt dienen.

Die Arbeit des Runden Tisches wurde über mehrere Jahre auch kommunal unterstützt. Die Stadt Plauen und der Vogtlandkreis stellten hierfür mehrere Jahre lang Mittel bereit.

Im Laufe der Zeit übernahm die Evangelisch-Lutherische St.-Johannis-Kirchgemeinde die Trägerschaft und somit auch die Koordinierungsstelle.

Über die Jahre veränderten sich die politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen – der gemeinsame Einsatz für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage blieb jedoch bestehen.

Im Herbst 2015 entstanden auch in Plauen große Proteste gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Die Initiative „Wir sind Deutschland“ versammelte zeitweise mehrere tausend Menschen zu Demonstrationen in der Stadt. Die Proteste wurden in der öffentlichen Debatte teilweise mit den PEGIDA-Protesten in Dresden verglichen. Gleichzeitig setzte der „III. Weg“ seine Aktivitäten in Plauen fort und verband seine rechtsextreme Agitation zunehmend mit dem Thema Flucht und Migration.

Trägerwechsel und Umbenennung

Im Jahr 2021 zog sich die Evangelisch-Lutherische St.-Johannis-Kirchgemeinde aus der Trägerschaft des Runden Tisches zurück. Vorausgegangen waren Differenzen innerhalb des Bündnisses und unterschiedliche Vorstellungen über dessen weitere Ausrichtung. Damit endete auch die bisherige Förderung des Runden Tisches durch die Stadt Plauen und den Vogtlandkreis.

Der Runde Tisch musste sich daraufhin organisatorisch neu aufstellen. Aus ihm ging das heutige „Bündnis für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage“ hervor, dessen Trägerschaft der Verein WIR – in einer Welt – Plauen/Vogtland e.V. übernahm.
Inhaltlich führte das neu gegründete Bündnis die Arbeit des Runden Tisches fort. Gleichzeitig veränderten sich die gesellschaftlichen Herausforderungen. Während der Runde Tisch ursprünglich vor allem als Reaktion auf die Aktivitäten neonazistischer Gruppen in der Region entstanden war, rückten zunehmend weitere Formen demokratiefeindlicher und rechtspopulistischer Mobilisierung in den Mittelpunkt.

Während der Corona-Pandemie entstanden in Plauen regelmäßige Proteste gegen die staatlichen Maßnahmen. Dabei traten neben Kritik an einzelnen politischen Entscheidungen zunehmend verschwörungsideologische und demokratiefeindliche Positionen auf. Für das Bündnis bedeutete dies eine Erweiterung seines Arbeitsfeldes: Neben dem klassischen Engagement gegen Rechtsextremismus rückten zunehmend die Stärkung demokratischer Debattenkultur, der Umgang mit Verschwörungserzählungen und die Auseinandersetzung mit antidemokratischen Bewegungen in den Mittelpunkt.

Auch die politische Bedeutung der AfD hat sich in diesem Zeitraum verändert. Der sächsische Landesverband der AfD wird seit 2023 vom Landesamt für Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft. Bei der sächsischen Landtagswahl 2024 wurde die AfD mit 30,6 Prozent der Listenstimmen zweitstärkste Kraft und erhielt 40 der 120 Sitze im Landtag; stärkste Fraktion wurde die CDU mit 41 Sitzen.
Damit haben sich die Herausforderungen für die demokratische Zivilgesellschaft gegenüber der Gründungszeit des Runden Tisches verändert: An die Stelle eines einzelnen, klar erkennbaren politischen Gegners ist ein vielfältigeres Spektrum aus rechtsextremen, verschwörungsideologischen und demokratiefeindlichen Akteuren getreten.

Das Bündnis versteht seine Aufgabe deshalb heute nicht allein als Protest gegen einzelne Gruppierungen. Es setzt sich für demokratische Beteiligung, eine offene Gesellschaft und eine respektvolle Debattenkultur ein und unterstützt Menschen und Organisationen, die sich vor Ort für diese Werte engagieren.

Die Arbeit des Bündnisses

Demokratie lebt davon, dass Menschen miteinander ins Gespräch kommen, sich informieren, unterschiedliche Perspektiven kennenlernen und sich selbst einbringen. Genau hier setzt die Arbeit des Bündnisses für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im Vogtland an.

Ein wichtiger Teil unserer Arbeit sind deshalb öffentliche Veranstaltungen. Wir organisieren politische Bildungsangebote, Podiumsdiskussionen, Vorträge und Gesprächsrunden, schaffen Räume für Begegnung und setzen uns mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander. Mit der Bürger:innenakademie bringen wir beispielsweise Wissenschaft und Gesellschaft miteinander ins Gespräch. Bei Formaten wie „Input & Ingwertee“ stehen persönliche Begegnungen und neue Perspektiven im Mittelpunkt. Mit dem CSD Vogtland setzen wir gemeinsam mit anderen Akteur:innen ein Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz. Auch Veranstaltungen und Aktionen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und andere Formen von Menschenfeindlichkeit gehören zu unserem Engagement.

Dabei geht es uns nicht nur darum, auf problematische Entwicklungen zu reagieren. Wir möchten Menschen ermutigen, sich selbst einzubringen, Zivilcourage zu zeigen und Verantwortung für das demokratische Zusammenleben vor Ort zu übernehmen. Ein Beispiel dafür ist unser Preis für Zivilcourage, mit dem wir alle zwei Jahre Menschen aus dem Vogtland auszeichnen, die sich in besonderer Weise für andere und für demokratische Werte einsetzen.

Darüber hinaus unterstützt das Bündnis Vereine, Initiativen und Einzelpersonen, die sich vor Ort engagieren. Wir vermitteln Kontakte, unterstützen bei der Entwicklung eigener Projekte, organisieren gemeinsame Veranstaltungen und bringen Akteur:innen aus Politik, Bildung, Kultur, Kirche und Zivilgesellschaft miteinander ins Gespräch.

Seit 2023 wird das Bündnis im Rahmen des sächsischen Landesprogramms „Weltoffenes Sachsen“ als Regionales Netzwerk für Demokratie im Vogtlandkreis gefördert. Unter dem Projektnamen „Vogtland Vernetzt“ übernimmt eine Koordinierungsstelle die Organisation und Weiterentwicklung dieser Netzwerkarbeit. Sie unterstützt Engagierte bei der Umsetzung eigener Projekte, vermittelt passende Partner:innen und organisiert Weiterbildungs- und Vernetzungsangebote.

So verbindet das Bündnis konkrete Veranstaltungen und Aktionen mit langfristiger Netzwerkarbeit.

Wir wollen Demokratie im Vogtland nicht nur verteidigen, wenn sie unter Druck gerät, sondern sie im Alltag erlebbar machen und Menschen dazu ermutigen, selbst aktiv zu werden.

 

Kostenfreie Mitgliedschaft
Für Einzelpersonen und Organisationen.

Einfacher Einstieg
Fülle unser Online-Formular aus oder nimm direkt Kontakt mit uns auf.

Deine Vorteile
Als Mitglied erhältst du Zugang zu unseren Veranstaltungen und Workshops und kannst aktiv in unseren Netzwerken mitwirken.

Zum Seitenanfang